Flexibles Kurssystem statt Sitzenbleiben

Flexibles Kurssystem statt Sitzenbleiben

Die Piraten in Oberhausen begrüßen die Diskussion um die generelle Abschaffung des Sitzenbleibens, wie sie auch hier in Oberhausen zurzeit geführt wird. Die Verlängerung der Schulzeit um ein ganzes Jahr – wegen Schwächen in einzelnen Fächern – ist weder zielführend, noch effizient. Frustration und Demotivierung des Schülers, der finanzielle Mehraufwand für die verlängerte Beschulung, sowie der Volkswirtschaftliche Verlust durch ein vollständig verlorenes Erwerbsjahr des betroffenen Schülers sind allesamt gute Argumente gegen dieses Relikt aus grauer Bildungsvorzeit.

„Letzendlich macht es doch keinen Sinn, 100% des Unterrichtsstoffes ein Jahr lang wiederholen zu müssen, wenn man nur bei 20% Nachholbedarf hat.“, meint Andreas Ronig, Direktkandidat für die Bundestagswahl im Wahlkreises Oberhausen- Dinslaken.

Es gibt durchaus nachvollziehbare Argumente, die für das Beibehalten des „Sitzenbleibens“ ins Feld geführt werden. Ein „Durchziehen“ um jeden Preis ist genaus so wenig sinnvoll, wie die Forderung nach soviel Förderung realistisch ist, um die Schwächen parallel zum regulären Unterricht aufzufangen und einzuholen.

„Diese Einwände sind berechtigt – zumindest wenn man an den bisherigen Bildungsstrukturen festhält. In einer Welt, in der die Anforderungen im späteren Arbeitsleben aber so unterschiedlich ausfallen und sich zudem auch im weiteren Verlauf ständig ändern können, ist es fraglich, inwiefern ein Festhalten an einem festen Bildungs- und Prüfungskanon überhaupt noch sinnvoll ist.“, sagt Ronig weiter.

Die Piratenpartei fordert deshalb schon lange, den Unterricht im Klassenverband durch ein flexibles Kurssystem zu ergänzen. [1]

Monika Pieper, Obfrau im Ausschuss für Schule und Weiterbildung für die Pratenfraktion im Landtag NRW erklärt dazu: „Bei Schwierigkeiten in einzelnen Fächern könnten Schüler statt eines ganzen Schuljahrs gezielt einzelne Kurse wiederholen. So ermöglichen wir unseren Schülern eine Schullaufbahn, die ihre individuelle Entwicklung berücksichtigt.“

Dieses Modell vermeidet auch die Unterforderung von besonders leistungsfähigen Schülern. Diese könnten Kurse wählen, die ihrer Leistungsfähigkeit entsprechen.

Eine Kombination aus modularen Pflicht- und Wahlkursen, deren Leistungsnachweise auch Schulsystem-übergreifend anerkannt werden, vermeidet zudem Redundanzen beim Wechsel zwischen verschiedenen Schulen oder Ausbildungszielen.

[1] http://www.piratenpartei-nrw.de/politik/bildungspolitik/schule/


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